Wenn es bei mir mal so weit ist….

Es macht Spaß Artikel für meine WEB Seite zu erstellen, aber ich nehme einmal an, daß es auch interessant ist zu erfahren wie es überhaupt dazu kommen konnte. Auf Anraten von Freundinnen habe ich mich dazu entschlossen meinen Lebensweg aufzuschreiben und diesen anderen zur Erheiterung oder auch zum Nachdenken zur Verfügung zu stellen.

Mit 60 in ein neues Leben

Die automatische Schiebetüre geht auf, die Klingel kündigt einen neuen Kunden an und da steht sie auch schon vor mir:

Frau Müller…..Ich unterdrücke ein bedeutungsvolles Seufzen, setze mein freundliches Dienstgesicht auf und begrüsse sie herzlich. Innerlich bin ich -wie immer- auf ein sattes Lamento über die ganze Welt, insbesondere aber über die Ärzte im allgemeinen- ihren Hausarzt im besonderen- eingestellt. Eigentlich erschüttert mich nur sehr wenig. Im Laufe der Jahre weiß ich worauf es beim Zuhören ankommt und seit ich mir den ( notwendigen ) Luxus eines Hörgerätes zugelegt habe entfallen auch die unangenehmen Nachfragen : was hatten sie gerade gesagt??? und das eingesetzte Lächeln aus : mmmmhhh…Unverständnis??? ist vollem „ Verstehen“ gewichen.

Da steht sie also so vor mir meine liebe Frau Müller und überreicht mir ihr neues Rezept. Vorbereitet bin ich ja schon auf das nun folgende Procedere: Ich eile und suche die Medikamente zusammen, lege alles dem kritischen Auge von Frau Müller vor und begebe mich in freundliche Warteposition. Meine Kundin inspiziert das gebrachte mit zweifelndem Blick:

Aha, wieder etwas anderes als das was ich bisher eingenommen habe. Kein Laut entweicht ihren Lippen. Sie kramt in den Tiefen ihrer alten, schon seit Jahren in Benutz befindlichen Einkaufstasche. Hervor kommt ein genauso altes, abgewetztes Portmonee. Umständlich darüber gebeugt nestelt sie am alten Reisverschluss und zieht ein Pendel heraus. Ich wusste ja was da kommt, aber dieses immer wiederkehrende Ritual läßt mich innerlich seufzen. Was soll das? So ein Humbug! Es fehlt mir an dem nötigen Verständnis.

Sicher, aus Jux hatten wir schon öfters im Kegelclub gependelt: wird das erwartete Enkelkind ein Bub oder ein Mädchen? Aber wir alle waren uns einig, daß das wirklich nur ein Jux ist. Außer der Keglerin, die das Pendel dabei hatte und davon überzeugt war. Wir anderen waren es nicht, und wir belächelten sie wegen ihren Glaubens. Keiner nahm diese Kegelschwester für voll. 

Aber nun zurück zu meiner lieben Frau Müller. Das Pendel in der Hand, leicht vorn übergebeugt, die Brille auf der Nase, die Hand zu einer Spitze geformt, wartet sie auf die Kreisbewegung ihres „Sicherheitsinstruments“. Für mein Empfinden beschleunigt sie das Pendel ein wenig…Nach mehrmaligem Prüfen entscheidet sie das Medikament NICHT zu nehmen. Ich bitte sie daraufhin doch das Präparat mitzunehmen und nochmals beim verordnenden Arzt vorzusprechen. Freundlich, aber bestimmt packe ich es ein. Innerlich seufze ich und schüttele mein Haupt in riesengroßem Unverständnis.

Frau Müller verlässt meine Apotheke und zieht weiter. Vielleicht nervt sie den Arzt gleich? oder sie hebt es sich für den nächsten Tag auf.

In meiner Mittagspause eile ich zum gleich um die Ecke liegenden Supermarkt um einige Zutaten für das Mittagessen zu kaufen. Und, wer hat sich auch vor der Gemüsetheke eingefunden? Frau Müller, vertieft in das mir bekannte Ritual des Auspendelns. Nur ist es diesmal die Frage, was esse ich heute am besten? oder , welches Gemüse ist das richtige für meine Mahlzeit.

Tief atmend gehe ich an ihr vorbei und sage mir innerlich:

WENN ES DANN MAL SO WEIT BEI MIR IST???

was mache ich dann in meiner Verzweiflung??? 

…….Fortsetzung folgt….

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Angelika Dürre sagt:

    Was für eine nette Geschichte. Frau Müller hat sich zumindest zu nichts verleiten lassen, dessen sie nicht 100%ig sicher war. Vielleicht war die Einstellung ja gar nicht so unklug, auch wenn sie dabei natürlich Zeit in Anspruch genommen hatte, die niemand erübrigen konnte oder wollte. Es ist kein Zustand, vor dem man Angst haben sollte, sondern sich eher auf die Gelassenheit freuen, sich die Aufmerksamkeit zu holen, die ein jeder verdient. Und wer weiß denn, vor was sie sich mit dem Pendeln bewahrt hat?

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    1. Damals war ich noch nicht so weit….und die Geschichte geht weiter..

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